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Sonntag, 24. März 2013

Daniel malt Ostereier



Daniel träumt häufig. In der Schule passt er nicht auf, sondern träumt. Er träumt davon, Abenteuer zu erleben und Drachen zu töten. So wie er es am Computer macht. Wenn er am Computer spielt, ist er wach. Dann ist er aufmerksam und schafft schwierige Aufgaben. Aber in der Schule.... Schule findet er langweilig. Und die Buchstaben kann er sich sowieso nicht merken. Die sehen doch alle gleich aus.
Die anderen Kinder lachen ihn aus, wenn er wieder einmal nicht aufgepasst hat. Obwohl Frau Schröder es ihnen verbietet. Weil Daniel so schlecht liest, übt Mama viel mit ihm. In der Fibel geht es. Na ja, eigentlich liest er nicht, sondern er kennt die Fibel bis zur Mitte auswendig. Aber das wissen Frau Schröder und Mama nicht.
Nur beim Schreiben fällt es ihnen auf. Also übt Mama jeden Tag schreiben. Daniel findet es schrecklich. Er möchte viel lieber am Computer spielen, als mit Mama schreiben üben.
Wie jedes Jahr kommt Oma zu Ostern zu Besuch. Daniel freut sich, er sieht Oma selten, weil sie so weit weg wohnt.
„Komm Daniel, wir beiden üben zusammen, dann kann Mama einkaufen“, sagt Oma am zweiten Tag.
Oma schaut sich Daniels Hefte an und lässt ihn daraus vorlesen. Das kann Daniel nicht. Seine Hefte kann er nicht auswendig. Oma hilft ihm. Und Oma schimpft nicht.
Sie nimmt einen Zettel und malt ein Ei.
„Wie heißt der Buchstabe“, fragt sie.
„U,“ sagt Daniel. Als Oma schweigt, verbessert er sich „O“.
„Richtig. Das ist nämlich kein normales Ei, das ist ein Osterei.“ Oma malt das Ei bunt an. Sie gibt Daniel einen Zettel und Daniel malt auch Os.
Dann schreibt Oma an ein buntes Ei noch ein M und ein A.
„Was steht da jetzt?“, fragt sie.
„Oma“, liest Daniel.
„Prima.“ Oma schreibt S-T-E-R-N an ein Ei.
„O-s“, buchstabiert Daniel.
„t,“ hilft Oma.
„e-r-n“, macht Daniel weiter. „Ostern“.
Oma schriebt h-r an ein Ei.
„Ohr“, liest Daniel.
„Na also, du kannst doch lesen“, sagt Oma.
Daniel zieht ein langes Gesicht.
„Wir üben jeden Tag, ja?“, sagt Oma.
Sie schaut in die Fibel und findet noch weitere Wörter: rot, hallo, holt, Not.
Und Daniel schreibt mit den Ostereiern die Wörter. Das findet er lustig. Malen mag er.




@Annette Paul

Sonntag, 18. März 2012

Hopser will helfen

(...)
Nur Hopser darf nicht helfen. Hopser ist ein ganz kleines Osterhäschen. Der Jüngste in der Familie. Eigentlich ist er fast noch ein Baby. Deshalb darf er nur zusehen. Am Anfang findet er es spannend. An das vorige Osterfest erinnert er sich nicht mehr. Aber bald langweilt er sich.
„Papa, darf ich auch Eier anmalen?", fragt er und greift sich einen großen Pinsel, der auf Papas Arbeitstisch liegt.
„Nein, dafür bist du noch zu klein", sagt Papa und nimmt Hopser den Pinsel wieder aus der Hand.
„Aber ich will es lernen", sagt Hopser.
„Nach Ostern zeige ich es dir. Dann habe ich wieder Zeit", sagt Papa und malt weiter. Er ist so vertieft und hört gar nicht, wie Hopser sagt: „Ich will es jetzt lernen."
In einer Ecke der Werkstatt steht ein Herd. Dort stellt Mama Farbe her. Dazu kocht sie Pflanzen aus. Gerade stellt sie braune Farbe aus Zwiebelschalen her. Als sie damit fertig ist, gießt sie aus dem großen Topf Farbe in die kleineren Töpfe von Balduin und Agnes. Danach stellt sie aus Rotkohl violette Farbe für Papa und Opa her.
„Mama, darf ich helfen?", fragt Hopser.
„Hopser, du bist noch viel zu klein", sagt Mama und läuft mit ein paar kleinen Farbbechern zu Papa. Gleich darauf schickt sie Ibo und Magda in den Garten um weitere Pflanzen zu holen.
Sie selbst eilt mit ein paar Farbtöpfen in die Nachbarhütte, in der Opas Werkstatt ist.
„Ich kann auch Kamille suchen und Möhren und und und ..." Hopser verhaspelt sich, so schnell muss er alles vorbringen.
„Nein, du bist noch zu klein", sagt Magda. Sie nimmt einen Spannkorb aus dem Regal.
„Kamille und Möhren zu Ostern!" Ibo lacht ihn aus und springt mit Magda in den Garten.
Hopser lässt seine langen Ohren hängen. Nie darf er helfen. Dabei ist er doch schon so groß. Und Ibo braucht ihn gar nicht auszulachen. Er kann schon so viel! Deshalb folgt er seinen Geschwistern in
den Garten. Magda und Ibo pflücken Birkenblätter von den Zweigen. Hopser will es nachmachen, aber er reicht nicht an die Zweige, obwohl er sich auf die Zehenspitzen stellt. Also zieht er ein paar Krokusse aus dem Beet.
„Lass Mamas Blumen stehen", sagt Magda böse.
Hopser schluckt. Er will doch nur helfen. Aber keiner will ihn haben.
(...)



Leseprobe aus dem Bilderbuch "Hopser will helfen" mit Bildern von Krisi Sz.-Pöhls, erhältlich bei Amazon, auch als Printbuch.