Sonntag, 18. März 2012

Hopser will helfen

(...)
Nur Hopser darf nicht helfen. Hopser ist ein ganz kleines Osterhäschen. Der Jüngste in der Familie. Eigentlich ist er fast noch ein Baby. Deshalb darf er nur zusehen. Am Anfang findet er es spannend. An das vorige Osterfest erinnert er sich nicht mehr. Aber bald langweilt er sich.
„Papa, darf ich auch Eier anmalen?", fragt er und greift sich einen großen Pinsel, der auf Papas Arbeitstisch liegt.
„Nein, dafür bist du noch zu klein", sagt Papa und nimmt Hopser den Pinsel wieder aus der Hand.
„Aber ich will es lernen", sagt Hopser.
„Nach Ostern zeige ich es dir. Dann habe ich wieder Zeit", sagt Papa und malt weiter. Er ist so vertieft und hört gar nicht, wie Hopser sagt: „Ich will es jetzt lernen."
In einer Ecke der Werkstatt steht ein Herd. Dort stellt Mama Farbe her. Dazu kocht sie Pflanzen aus. Gerade stellt sie braune Farbe aus Zwiebelschalen her. Als sie damit fertig ist, gießt sie aus dem großen Topf Farbe in die kleineren Töpfe von Balduin und Agnes. Danach stellt sie aus Rotkohl violette Farbe für Papa und Opa her.
„Mama, darf ich helfen?", fragt Hopser.
„Hopser, du bist noch viel zu klein", sagt Mama und läuft mit ein paar kleinen Farbbechern zu Papa. Gleich darauf schickt sie Ibo und Magda in den Garten um weitere Pflanzen zu holen.
Sie selbst eilt mit ein paar Farbtöpfen in die Nachbarhütte, in der Opas Werkstatt ist.
„Ich kann auch Kamille suchen und Möhren und und und ..." Hopser verhaspelt sich, so schnell muss er alles vorbringen.
„Nein, du bist noch zu klein", sagt Magda. Sie nimmt einen Spannkorb aus dem Regal.
„Kamille und Möhren zu Ostern!" Ibo lacht ihn aus und springt mit Magda in den Garten.
Hopser lässt seine langen Ohren hängen. Nie darf er helfen. Dabei ist er doch schon so groß. Und Ibo braucht ihn gar nicht auszulachen. Er kann schon so viel! Deshalb folgt er seinen Geschwistern in
den Garten. Magda und Ibo pflücken Birkenblätter von den Zweigen. Hopser will es nachmachen, aber er reicht nicht an die Zweige, obwohl er sich auf die Zehenspitzen stellt. Also zieht er ein paar Krokusse aus dem Beet.
„Lass Mamas Blumen stehen", sagt Magda böse.
Hopser schluckt. Er will doch nur helfen. Aber keiner will ihn haben.
(...)



Leseprobe aus dem Bilderbuch "Hopser will helfen" mit Bildern von Krisi Sz.-Pöhls, erhältlich bei Amazon, auch als Printbuch.

Sonntag, 19. Februar 2012

Ein verzauberter Prinz



Levke hörte es im Gebüsch rascheln, deshalb suchte sie das Laub ab. Da, hinter dem Busch hockte eine Kröte mit einer kleinen Goldkrone auf dem Kopf. Mit einem schnellen Griff fing sie das Tier.
„Küss mich, ich bin ein verzauberter Prinz", säuselte die Kröte.
„Das kann ja jeder sagen", antwortete Levke. Doch dann überlegte sie es sich. Wenn es nun wirklich ein junger, hübscher Prinz wäre? Warum trug das hässliche Ding denn sonst eine Krone? Levke schloss die Augen und hauchte einen Kuss auf den Kopf der Kröte. Augenblicklich sackte ihre Hand nach unten und sie ging in die Knie. Mit soviel Gewicht hatte sie nicht gerechnet. Sie riss die Augen auf.
Vor ihr stand ein grauhaariger Mann in einem altmodischen Anzug. Nein, den Greis wollte sie auf keinen Fall heiraten.
„Mama", schrie sie gellend.
Sofort sprang Evelyn vom Liegestuhl und stürzte heran.
„Entschuldigen Sie, ich wollte Ihr reizendes Töchterlein nicht erschrecken. Darf ich Sie zu einem Glas Sekt einladen?" Der Prinz lächelte gewinnend und reichte Evelyn den Arm.
„Kauf dir ein Eis." Er drückte Levke eine Goldmünze in die Hand. Levke schaute den Beiden hinterher. Dann musterte sie das Geldstück. Vielleicht wurde der Urlaub ja doch noch interessant.


© Annette Paul

Samstag, 11. Februar 2012

Die kleine, griesgrämige Schildkröte


Missmutig schwamm die kleine Schildkröte im großen, weiten Meer. Ängstlich warf sie hin und wieder einen Blick über ihre Schulter. Sie musste vorsichtig sein, denn schnell konnte so eine kleine Schildkröte von einem großen Tier gefressen werden.
Ein kleiner Tintenfisch kreuzte ihren Weg. Die Schildkröte erstarrte vor Angst. Dabei sah sie so furchterregend aus, dass der kleine, fröhliche Tintenfisch einen Schreck bekam. Ganz schnell nebelte er sich mit seiner eigenen Tinte ein und verschwand.
Keiner mag mich, dachte die kleine Schildkröte traurig und schwamm betrübt weiter.
Ein Schwarm ausgelassener, kleiner Fischchen tobte auf sie zu. Missbilligend schaute die kleine Schildkröte die kleinen Fischchen an. Wie konnten die nur so unachtsam und albern sein.
Die ersten Fische, die sie fast erreicht hatten, wendeten erschrocken, als sie das griesgrämige Gesicht der kleinen Schildkröte sahen. Kichernd stob der Schwarm davon.
Niedergeschlagen dachte die kleine Schildkröte, dass sie keine Freunde zum Fröhlichsein und Lachen hatte.
Ein kleiner Krebs lief ihr über den Weg. Die kleine Schildkröte zuckte ängstlich zurück. Angsterregend drohte der kleine Kerl mit seinen erhobenen Scheren. Die kleine Schildkröte sah für ihn so groß und gefährlich aus, dass der kleine Krebs sich lieber in Windeseile eingrub, als sich auf einen Kampf einzulassen.
So ein Feigling, dachte die kleine Schildkröte. Erst droht er mir, so dass ich vor Angst zittere und dann versteckt er sich.
Erbost schwamm die kleine Schildkröte weiter.
Zufrieden mit sich und ihrer Welt trieb eine Qualle auf sie zu.
„Siehst du nicht, dass ich hier bin?", rief die kleine Schildkröte wütend.
Die Qualle schwamm unbeirrt weiter.
Verärgert musste die kleine Schildkröte ihr Platz machen.
Wie kann die Qualle mich übersehen? Vor Zorn traten der kleinen Schildkröte Tränen in die Augen.
Keiner nahm sie wahr, keiner wollte etwas mit ihr zu tun haben. Die kleine Schildkröte wurde von ihrem Kummer überwältigt. Lange weinte sie laut.
Da näherte sich ihr ein alter, riesiger Wal.
„Kleine Schildkröte, was hast du für Sorgen?", fragte er mitleidig.
„Ach,lass mich in Ruhe. Müssen mich denn alle belästigen und ärgern. Hat man hier denn nie Ruhe", fauchte die kleine Schildkröte.
„Du hast Kummer, vielleicht kann ich dir helfen. Ich habe schon viel gesehen und erlebt. Aber du musst mir sagen, was dich bedrückt", sagte der Wal.
„Keiner mag mich. Alle gehen mir aus dem Weg. Ich habe keine Freunde und überall droht Gefahr. Alle anderen Tiere sind fröhlich und haben Freunde, nur mir gehen sie aus dem Weg."
„Wenn du alle so unfreundlich begrüßt wie mich, wundert es mich nicht. Keiner will dir ein Leid tun, aber wenn du so böse dreinschaust, vor allen Angst hast und gleich losmeckerst, so werden dich alle meiden. Mach ein fröhliches Gesicht und sei freundlich, wenn andere dich ansprechen, dann findest du bestimmt bald Freunde", entgegnete der Wal, bevor er weiterschwamm.
Die kleine Schildkröte dachte lange über die Worte des Wales nach. Am Abend beschloss sie, seinen Rat auszuprobieren.
Als ein kleiner Tintenfisch angeschwommen kam, lächelte sie ihn mühsam an. Der Tintenfisch hielt einen großen Sicherheitsabstand. Aber er winkte ihr höflich zu.
Am nächsten Morgen lächelte sie einen kleinen Krebs schon etwas freundlicher an und sagte: „Hallo."
Der Krebs winkte mit seinen Scheren zurück und rief: „Hallo, ich habe keine Zeit. Ich muss schnell mein Futter suchen."
Einer Qualle, der sie begegnete, wich sie freundlich aus. Die Qualle bedankte sich mit einem höflichen Kopfnicken.
Und den kleinen Fischchen, die herumtollten, sah sie wohlwollend zu. Als die sich gegenseitig jagden und die tollsten Kunststücke vollführten, lachte sie leise.
Erschreckt flüchteteten die Fischchen hinter einem Büschel Seegras.
Bald lugte eine neugieriges Fischchen hervor und fragte: „Wer bist du?"
„Ich bin die Schildkröte Griesgram", antwortete sie.
„Willst du mit uns spielen?", fragte das Fischchen.
Zögernd stimmt die kleine Schildkröte zu. Den ganzen Nachmittag tobte sie mit den Fischchen. So fröhlich und unbeschwert war sie in ihrem ganzen Leben noch nie gewesen.
Als die Fischchen am Abend gehen mussten, fragte eines: „Spielst du morgen wieder mit uns?"
„Ja, gern", freute sich die kleine Schildkröte.
„Wir werden dich Fröhlich nennen, Griesgram passt nicht zu dir", entschied ein zweites Fischchen, bevor der Schwarm verschwand.
Erschöpft aber glücklich ging die kleine Schildkröte schlafen.
So einen schönen Tag hatte sie noch nie erlebt. Und endlich hatte sie Freunde.


© Annette Paul

Samstag, 28. Januar 2012

Tim kümmert sich

„Hol ihn!“ Tim warf den Ball. Flocke jagte hinterher und brachte ihn zurück. Immer wieder rannte der kleine Hund. Schließlich nahm Tim ihn wieder an die Leine und ging auf das Haus zu. Frau Martens, ihre Nachbarin, öffnete ihnen die Tür. Auf Krücken humpelte sie mit ihrem Gipsbein in die Küche. „Gut, das ich euch habe, alleine könnte ich mich nicht versorgen.“
Tim stellte den Korb mit den Einkäufen auf den Küchentisch und räumte Milch, Eier und Aufschnitt in den Kühlschrank.
„Aber Sie haben doch Kinder“, widersprach er.
„Peter muss viel arbeiten. Und Renate lebt in Neuseeland.“
Tim nickte. Mutter meinte immer, Peter würde sich nicht um seine Mutter kümmern, aber das behielt Tim lieber für sich. An Renate erinnerte er sich nur noch dunkel, sie war vor fünf Jahren fortgezogen.
„Nina kommt nachher vorbei. Ich muss jetzt zum Fußball!“ Tim sprang pfeifend die Stufen beim Hauseingang hinab und rannte zu ihrem Haus hinüber.
Das Fußballtraining war wieder klasse. Tim schoss sogar ein Tor. Daheim hörte Mutter ihm gar nicht richtig zu, als er davon erzählte.
„Mama, was ist los?“, fragte er.
„Flocke ist tot!“ Nina kam die Treppe hinunter.
„Frau Martens bat mich, sie zur Tierklinik zu fahren. Aber es war zu spät, Flocke hatte Rattengift gefressen.“



"Tim kümmert sich" ist in "Die Krimizimmer(ei)", Papierfresserchens MTM-Verlag, veröffentlicht worden.

Sonntag, 15. Januar 2012

Der kleine Stern

Der kleine Stern war viel jünger und kleiner als seine sechs Geschwister. Tags, wenn die Sonne schien, schliefen sie und nachts spielten sie.
Wenn sie müde wurden, blieben sie stehen und betrachteten die Erde. Sie sahen beleuchtete Häuser und Straßen. Eisenbahnen huschten über Felder und Wälder. Große Schiffe fuhren über die Meere. Immer entdeckten sie etwas Neues.
Ein Bruder wollte gern einmal mit der Eisenbahn fahren. Aber das ging nicht. Die Erde war viel zu weit weg. So spielten sie weiter am Himmel.
Im Herbst wurde die Sonne schwächer, deshalb konnten sie die Erde schon früher sehen. Da waren die Menschen noch wach. Sie hasteten über Straßen, spielten Fußball und kletterten auf Berge.
Eine Schwester wollte am Strand Drachen steigen lassen. Aber das ging nicht. Die Erde war viel zu weit weg.
Eines Tages entdeckte der kleine Stern einen Spielplatz. Kinder rutschten auf Rutschen, schaukelten auf Schaukeln und wippten auf Wippen. Wie gern hätte der kleine Stern da mitgespielt. Aber das ging nicht. Die Erde war viel zu weit weg.
Der kleine Stern überlegte. Er wollte den Spielplatz unbedingt besuchen. Am Morgen als die Sonne schien und die Sterne deswegen nicht so gut sehen konnten, schlich der kleine Stern davon. Seine Mutter, sein Vater und seine Geschwister schliefen. Erst ging er langsam, dann immer schneller. Schließlich rannte er. Er musste sich beeilen. Kurz bevor die Sonne schlafen ging, erreichte er sein Ziel. Auf den letzten Sonnenstrahlen rutsche er hinunter und landete im Sandkasten des Spielplatzes. Jetzt war es dunkel. Der Mond versteckte sich hinter Wolken. Nur der kleine Stern leuchtete. Er rannte zur Schaukel, setzte sich auf das Brett und stieß sich ab. Er beugte sich vor und zurück. Langsam bekam er Schwung. An der höchsten Stelle juchzte er vor Freude. Lange schaukelte er. Dann versuchte er zu wippen. Aber es klappte allein nicht. Weiter lief er zur Rutsche. Immer wieder kletterte er hoch und rutschte herab. Anschließend hopste er zum Karussell, schob es an, sprang auf und ließ sich drehen. Er balancierte über die Hängebrücke, kletterte den Burgturm hoch, kroch über das Spinnennetz. Die ganze Nacht spielte er.
Als die Sonne aufging, lief er zur Schaukel und nahm Schwung. Er sprang ab, hoch in die Luft und landete auf einem Sonnenstrahl. Auf dem Strahl stieg er in den Himmel. Immer weiter lief er. Am Abend erreichte er seine Eltern und seine sechs Geschwister. Müde legte er sich hin und schlief sofort ein.


© Annette Paul

"Der kleine Stern" ist in "Noch mehr Gute Nacht Geschichten", Wurdack Verlag, veröffentlicht worden.

Sonntag, 8. Januar 2012

Goldhamster Goldi

Bild von Krisi Sz.-Pöhls
„Musst du blödes Vieh so einen Lärm machen?", schreit das Mädchen mich an. Dabei laufe ich doch nur etwas herum. Viel Platz ist hier nicht. Also muss ich meinen Laufdrang in diesem dämlichen Rad abarbeiten. Lieber würde ich daheim in der Wüste herumrennen. Dabei kenne ich sie gar nicht. Ich bin nämlich hier geboren. Und blöd bin ich schon gar nicht. Ich habe mich schließlich nicht in diesem kleinen Käfig eingesperrt.
Das Mädchen zerrt an dem Käfig. Vorsichtshalber flüchte ich in meine Höhle. Ängstlich spähe ich hinaus. Sie zieht den Käfig aus ihrem Zimmer hinaus. Jetzt stehe ich in einem Raum ohne Fenster, aber mit ganz vielen Türen. Das Mädchen verschwindet wieder und bald darauf ist es ruhig. Trotzdem warte ich noch eine Weile, bis ich mich hinaustraue. Misstrauisch schaue ich mich um. Erst als alles ruhig bleibt, steige ich wieder in das Rad und laufe noch ein paar Kilometer. Ich will schließlich meine schlanke Linie behalten. Irgendwann, die Nacht muss schon vorbei sein, werde ich müde und verkrieche mich in meine Höhle.
Noch im Halbschlaf höre ich Schritte. Dann scheppert es und der ganze Käfig wackelt. Vor Schreck falle ich fast in Ohnmacht. Eine Männerstimme schimpft. „Wer stellt den Käfig einfach in den Weg? Marie!"
Er reißt die Tür auf und das Mädchen sagt etwas. Es klingt recht mürrisch. Eine Weile reden sie miteinander. Schließlich zerrt es den Käfig wieder in das Zimmer zurück. Jetzt ist es überall laut und hektisch. Ich komme gar nicht zum Schlafen. Diese Menschen laufen hin und her und unterhalten sich lautstark. Dabei nehmen sie überhaupt keine Rücksicht auf mich. Irgendwo spielt Musik. Immer sind sie laut. Haben sie denn keine Angst, entdeckt zu werden? Endlich kehrt Ruhe ein. Ich fresse noch ein Stückchen Apfel. Dann verkrieche ich mich in die Höhle und baue mir ein gemütliches Nest. Bald darauf schlafe ich tief ein.

Jemand wühlt in meinem Nest herum. Erschrocken fahre ich zusammen und bleibe still liegen.




Leseprobe aus "Immer diese Menschen", illustriertes Kinderbuch für Erstleser. Erhältlich bei Amazon, itunes

Illustrationen von Krisi Sz.-Pöhls

Sonntag, 1. Januar 2012

Die Tränendiebe

Diana schob schnell die Fertiggerichte in die Mikrowelle, dann deckte sie den Tisch und füllte die Waschmaschine. Ihr kleiner Bruder Sebastian würde bald nach Hause kommen und die Eltern verlangten von der vier Jahre älteren Diana, sich um ihn zu kümmern.
Diana hatte sich nie überlegt, wie es wäre, keinen Bruder zu haben oder keine Pflichten im Haushalt. Schließlich gehörte es dazu. Von jedem wurde höchste Effizienz erwartet. Und Diana funktionierte perfekt wie ein Roboter.
Nach dem Essen deckte Sebastian pfeifend den Tisch ab und räumte die schrankfertige Wäsche weg. Bevor er wie jeden Tag zur Körperschulung ging, erledigte er noch zuverlässig seine Hausaufgaben.
Gemeinsam verließen die beiden Geschwister die Wohnung. Sie unterhielten sich über die Vor- und Nachteile des neuen Computerprogrammes Schola 2100. Vor der Schule trennten sie sich. Sebastian ging zur Sporthalle, während Diana den Computerraum ansteuerte.
An ihr war eine besondere logische Begabung festgestellt worden und so erhielt sie zusätzlichen Programmierunterricht, um später der Gesellschaft besonders zu dienen. Dafür war ihre Körperschulung um die Hälfte gekürzt worden.
Während sie ihr Programm schrieb, überlegte sie, wie unsinnig die demnächst stattfindenden Kampfspiele waren.
Ihre Eltern hatten ihre Fragen mit dem Hinweis „Das verstehst du noch nicht“ abgeschmettert. Seitdem erwähnte Diana sie daheim nicht mehr.
Diana beschloss, sich bei ihrer Großmutter zu erkundigen, wie sie es oft tat. Ihre Großmutter war noch anders. Damals hatte die Genauswahl noch nicht hundertprozentig geklappt. Deshalb war die Generation ihrer Eltern auch in Heimen aufgewachsen. Der Staat wollte den Einfluss der emotional nicht so gefestigten Eltern kleinhalten. Inzwischen waren solche Maßnahmen nicht mehr erforderlich.


Leseprobe aus "Albtraum der gestohlenen Gefühle", erhältlich bei Amazon