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Montag, 2. Dezember 2019

Adventsangebot - Der ganz normale Weihnachtswahnsinn

Zu viel zu tun? Trotzdem sollte man ein paar Minuten für sich finden, eine Kerze anzünden, einen Tee oder Kakao trinken und eine Kurzgeschichte lesen. Anschließend schafft man mit frischen Kräften wieder mehr als vorher.

Die 32 Geschichten erzählen von den weihnachtlichen Freuden und Nöten. Zum Glück gibt es ab und zu Freunde und Nachbarn, die einem zur Seite stehen.
Bis zum 14.12.19 gibt es das E-Book bei Amazon, Thalia, Weltbild, Hugendubel, buecher.de 
zum Aktionspreis von 99 Cent.
Ob durch Stress, Streit oder Einsamkeit, Weihnachten ist selten so, wie man es sich erhofft. Die Seligkeit der Kindheit wird bei Erwachsenen fast nie erreicht. Oder täuscht nur die Erinnerung? Aber vielleicht hilft es, wenn wir unsere überspannten Ansprüche reduzieren. Nicht erwarten, dass ausgerechnet zum Christfest alles besser ist als im restlichen Jahr.

Sonntag, 18. August 2013

Die Pause genießen




 Achim gab Gas. In zwei Stunden sollte er seinen Vortrag halten. Er war viel zu spät losgekommen. Für Caprice hatte er noch Viren auf dem PC löschen, seinen Sohn Maximilian zur Lan-Party fahren und mit seinem Chef telefonisch Verkaufszahlen für die Präsentation abgleichen müssen.
Ungeduldig blinkte er das Auto vor ihm an. Musste der so trödeln? Bei der nächsten Ausweichbucht ließ ihn der Fahrer vorbeibrausen. Es half nichts, zwei Kilometer weiter stieß er auf eine Schafherde, die die Straße überquerte. Er brachte seinen Wagen gerade noch zum Stehen. Fluchend schlug er in das Lenkrad. Verdammt, das nahm kein Ende. Er stieg aus.
Der Schäfer nickte ihm zu. „Genießen Sie die Pause.“
Achim wollte eine saftige Antwort geben. Aber er bekam keine Luft mehr. Das Blut schoss ihm wieder in den Kopf und der Druck nahm zu. Keuchend stand er da und beobachtete die Tiere.
Er schaute auf die Berge, den Wald, den Bach.
„Toller Schlitten“, sagte der junge Hirte.
„Wollen Sie ihn haben?“ Achim reichte ihm den Schlüssel.
Wortlos gab der Schäfer Achim seinen Mantel und die Hirtentasche und stieg in den Wagen.
Achim zog mit den Schafen auf den Berg, setzte sich auf einen Stein und entlockte der Panflöte des Hirten herzerweichende Töne.



© Annette Paul

Sonntag, 10. Februar 2013

Plötzlich ist alles andere unwichtig



Wie gewohnt hetzte Sandra von der Arbeit zum Kindergarten. Mit Lisa im Schlepptau besorgte sie den wöchentlichen Großeinkauf. Während sie den Einkaufswagen durch die Gänge schob, hatte sie keine Zeit auf Lisas Geplapper zu achten.
„Nachher, Liebling“, blockte sie ab und stopfte Lisa in den Einkaufswagen.
Das Gejage ging weiter. Geschirrspüler anstellen, Waschmaschine füllen, Tisch aufdecken.
Lisa wuselte um sie herum und machte sie noch nervöser. Wo Achim wohl blieb? Er wollte doch das Badezimmer streichen! Außerdem musste er auf Lisa aufpassen, damit Sandra ihren Computerkurs besuchen konnte.
Es klingelte an der Tür. Verwundert erblickte Sandra Jörg, Achims Kollegen.
„Was ist los?“, fragte sie und verstand nicht, warum ein ungutes Gefühl sie beschlich.
„Darf ich hereinkommen?“, bat Jörg.
Sanft drängte er Sandra ins Wohnzimmer und ließ sie auf dem Sofa Platz nehmen.
„Ich weiß nicht, wie ich es dir sagen soll“, stotterte Jörg.
Schweigend wartete Sandra.
„Achim. - Achim hatte einen Herzinfarkt.“


©Annette Paul